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Carl Leberecht Immermann


Carl Leberecht Immermann

Carl Leberecht Immermann (* 24. April 1796 in Magdeburg; † 25. August 1840 in Düsseldorf) war ein deutscher Schriftsteller, Lyriker und Dramatiker.

Der Schriftsteller, Lyriker und Dramatiker Karl Leberecht Immermann (1796-1840) schafft es immerhin auf fünf Einträge in Kindlers Literaturlexikon. Auch wenn der Autor uns heute vor allem als Theatererneuerer im Gedächtnis ist. Von 1834 bis 1837 leitete er das Düsseldorfer Theater am Marktplatz und trieb den Schauspielern (ganz im Sinne Hamlets) alle pathetische, selbstgefällige Darstellung aus. Einen nicht geringeren als Friedrich Christian Grabbe band er als Dramaturg an seine Bühne, nicht ohne therapeutischen Hintergedanken. Er hoffte, den schwer Alkoholkranken durch diese regelmäßige Tätigkeit zu stabilisieren. Tatsächlich schrieb Grabbe in Düsseldorf das Schauspiel „Hannibal“ zu Ende, überarbeite sein „Aschenbrödel“ und verfasste einen Aufsatz über „Das Theater in Düsseldorf mit Rückblick auf die übrigen deutschen Schauspielbühnen“. Auch Immermann pflegte in der Tradition der Jacobis einen Kulturkreis, dem vor allem Maler der Kunstakademie beiwohnten. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Gräfin v. Ahlefeld lud er repräsentativ auf Gut Collenbach ein. Dem Kreise Immermanns gehörte auch zeitweise der politische Autor Ferdinand Freiligrath (1818-1876) an. Düsseldorf stand Mitte des 19. Jh. im Ruf, „Hauptherd der Anarchie im Rheinland“ (Friedrich Wilhelm IV.) zu sein. Offenbar meinte der Vertreter des jungen Rheinlands im Residenzstädtchen einen fruchtbaren Boden für seine rebellischen Texte zu finden. Gleich zwei Mal, 1848 und 1850, schlug er seine Zelte in der Stadt auf um dort zu agitieren und zu dichten. „Die Toten an die Lebenden“, eine heiße Wehklage auf die Opfer der bürgerlichen Aufstände, entstand und wurde am 1. August in 9000 Exemplaren verbreitet. Nach einer Lesung aus diesem Gedicht geriet Freiligrath wegen „Auflehnung gegen die landesherrliche Macht“ in Haft. Während der Verlesung des Textes vor Gericht kam es zu langanhaltendem Beifall im Publikum. Freiligrath wurde freigesprochen und von den Düsseldorfern unter einem Regen von Blumen in seine Wohnung nach Oberbilk begleitet. Trotz dieser großartigen Unterstützung klagte der Dichter bei seinem Freund Karl Marx über die geistige Trägheit der Düsseldorfer Eliten. Womit er vermutlich nicht den hochgebildeten Immermann meinte, sondern die vielen Biedermänner. Nach dem Barrikadenkamp kam gleich wieder das Bier; das Räsonnement ging über den Stammtisch in der Regel nicht hinaus. Am 24. September 1851 musste Freiligrath, nachdem ein Steckbrief gegen ihn erlassen worden war, Düsseldorf nach England hin verlassen.