Initiativkreis Kultur Düsseldorfer Friedrich Heinrich Jacobi  · 

Friedrich Heinrich Jacobi


Friedrich Heinrich Jacobi

Friedrich Heinrich Jacobi (* 25. Januar 1743 in Düsseldorf; † 10. März 1819 in München) war ein deutscher Philosoph, Jurist, Kaufmann und Schriftsteller.

Nach dem Willen seines Vaters war er – nach einer kurzen Lehre in Frankfurt und einem Aufenthalt in Genf – anfangs als Kaufmann tätig: er wurde 1764 Nachfolger seines Vaters in der Leitung einer Zuckermanufaktur. Seit 1765 war er Freimaurer und gleichzeitig Schatzmeister der Loge „La Parfaite Amitié“. 1772 wurde er zum Mitglied der jülisch-bergischen Hofkammer ernannt und gab ein Jahr später den Handelsberuf auf, um sich ausschließlich Literatur und Philosophie zu widmen. In Genf hatte er bereits Werke von Charles Bonnet und Rousseaus Emile und die Glaubensbekenntnisse eines savoyardischen Vikars kennengelernt. Auf seinem Landgut Pempelfort bei Düsseldorf unterhielt er für viele Jahre einen Treffpunkt literarisch und politisch Interessierter. Hierbei unterstützte ihn besonders seine Gattin Elisabeth (genannt Betty, geb. von Clermont aus Vaels bei Aachen). Sein älterer Bruder Johann Georg Jacobi machte ihn mit Christoph Martin Wieland bekannt, mit dem er 1773 die Zeitschrift Der Teutsche Merkur herausgab. Auch pflegte er freundschaftliche Kontakte zu Frans Hemsterhuis, Georg Forster, Johann Georg Hamann, Johann Gottfried von Herder, Gotthold Ephraim Lessing, Jean Paul und mit Johann Wolfgang von Goethe. Der Besuch Goethes in Pempelfort (zusammen mit Johann Bernhard Basedow und Johann Caspar Lavater) führte zur Veröffentlichung der Romane Woldemar: ein Seltenheit aus der Naturgeschichte und Eduard Allwils Briefsammlung. Sowohl die Beziehung zu Wieland wie auch die zu Goethe endete in Streit bzw. Verbitterung.

1779 wurde er Geheimrat in München. Wie bereits in der jülisch-bergischen Hofkammer sollte er auch hier an einer Reform der Handels- und Steuerpolitik mitwirken; da seine liberalen Ansichten aber sehr bald auf Widerstand stießen, zog er sich als Privatmann auf sein Landgut Pempelfort zurück. 1780 besuchte er Lessing in Wolfenbüttel. 1784 wurde er Illuminat unter dem Ordensnamen „Sully“. Nach dem überraschenden Tod seiner Frau Betty im selben Jahr zog er sich von aller öffentlichen Tätigkeit zurück. Den anrückenden französischen Revolutionstruppen wich er 1794 nach Holstein aus und lebte in der Folge abwechselnd in Hamburg, Eutin und Wandsbek. 1804 folgte er einem Ruf nach München, wo er – an der Seite Schellings – als Professor der Philosophie lehrte und von 1807 bis 1812 Präsident der Bayerischen Akademie der Wissenschaften war. Während seiner letzten Lebensjahre war Jacobi mit der Herausgabe seiner Werke beschäftigt, die von 1812 an in Leipzig erschienen.

Quelle: Wikipedia