Heinrich Campendonk


Heinrich Campendonk prägte den Rheinischen Expressionismus

Heinrich Campendonk (* 3. November 1889 in Krefeld; † 9. Mai 1957 in Amsterdam) war ein deutscher Maler und Grafiker.

Campendonk erhielt eine handfeste künstlerische Ausbildung an der damals sehr fortschrittlichen Kunstgewerbeschule in Krefeld. Befreundet mit Helmuth Macke und Wilhelm Wieger. 1911 knüpfte er erste Kontakte zu Mitgliedern der Neuen Künstlervereinigung in München, unter ihnen Franz Marc, August Macke sowie Wassily Kandinsky. Mit der Unterstützung von Wassily Kandinsky und Franz Marc fand Heinrich Campendonk Anschluss an die Gruppe, die unter dem Namen „Blauer Reiter“ berühmt wurde und nahm an den beiden Ausstellungen der Gruppe in den Jahren 1911 und 1912 teil.

Seine Arbeiten bewegten sich im Bereich Kubismus, Futurismus, Expressionismus sowie der strengen geometrischen Formensprache. Campendonk prägte den rheinischen Expressionismus.

In der heutigen NS-Gedenkstätte Villa Merländer in seiner Geburtsstadt Krefeld sind die zwei einzigen erhaltenen Wandgemälde Campendonks, „Katzen“ und „Harlekin“ zu betrachten. Die Bilder wurden während der Nazizeit vom Besitzer des Hauses, Richard Merländer, überstrichen und erst im Jahre 1991 wiederentdeckt und bis 1998 freigelegt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Zwischen 1923 und 1933 lebte Heinrich Campendonk im Rheinland. Als Professor an der Kunstakademie in Düsseldorf spezialisierte er sich auf Glasmalerei. So wurde die 1929 bis 1930 erbaute Kirche Maria Grün in Hamburg-Blankenese von ihm mit Glasfenstern ausgestattet. Nach Hitlers Machtergreifung 1933 wurde er in Düsseldorf auf der Grundlage des Gesetzes zur „Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ entlassen. Schon 1934 verließ Heinrich Campendonk Deutschland. Die Diffamierung seiner Bilder unter dem Schlagwort „Entartete Kunst“ musste er aus dem Exil in Amsterdam miterleben. 1937 war er in der Münchener Ausstellung mit sechs seiner Arbeiten vertreten.

Nach dem Krieg kehrte Heinrich Campendonk nicht nach Deutschland zurück, sondern blieb in Amsterdam.

In der Christkönigskirche von Penzberg befinden sich zwei weitere Glasfenster Campendonks. Das „Passionsfenster“ entstand 1937 zur gleichen Zeit, als Campendonk von den Nazis als „entartet“ bekämpft wurde im niederländischen Exil als Beitrag für die Weltausstellung in Paris, ausgezeichnet mit dem Grand Prix. Das „Jesaja“-Fenster von 1954 war ursprünglich Teil eines Entwurfes für ein riesiges Nordfenster des Kölner Domes. Dieses Fenster entstand als farbliches Probestück. Campendonk musste letztlich aus gesundheitlichen Gründen auf die Ausführung des gesamten Fensters im Kölner Dom verzichten. Mittlerweile hat dieses Fenster seinen endgültigen Platz in der 1951 geweihten Kirche gefunden.

Weitere Glasfenster Campendonks befinden sich im Westwerk des Essener Münsters. 1930 schuf er den Glasfensterzyklus in der Krypta der Bonner Münsterkirche. Weitere Werke Campendonks werden im Clemens-Sels-Museum Neuss und im Deutschen Glasmalerei-Museum Linnich aufbewahrt. Im Jahr 1955 wurden Werke Heinrich Campendonks auf der documenta 1 in Kassel ausgestellt.

Als langjähriger Lehrer an der Reichsakademie für Bildende Kunst in Amsterdam hochgeehrt, starb er am 9. Mai 1957 in Amsterdam.

Quelle: Wikipedia