Alltagskultur


"Wer tüchtig ist, wer Ideen hat, gehört dazu."

Alltagskultur dies- und jenseits der Altstadt

Die in Mährisch-Ostrau geborene Kabarettistin Lore Lorentz, die mit ihrem Ehemann Kay 1947 in Düsseldorf das erste deutsche Nachkriegskabarett gründete (schon wieder eine Privatinitiative), fühlte sich in dieser Stadt gleich angenommen. In Düsseldorf gibt es kein „Immi-Problem". Wer tüchtig ist, wer Ideen hat, gehört dazu. In Düsseldorf braucht es kein sprachliches Idiom, um integriert zu sein. Die Lorentz hebt die Toleranz dieser Stadt hervor, die Lebensfreude, wie die Düsseldorfer mittags vor dem Uerige stehen, Alt trinken und danach weiter ihre Geschäfte machen. Überhaupt die Lust am Leben. Die Events. Eishockey. Mit Gabriele Henkel war sie befreundet. Ein Widerspruch in sich. Die Gesellschaftskritikerin und die Großbürgerin. In Düsseldorf geht das.. Gerda Kaltwasser, die mit allen Wassern gewaschene Lokaljournalistin, stimmt Lore Lorentz mit kritischem Unterton zu: Es ist diese bemerkenswerte Mischung aus Betulichkeit, Weltoffenheit und Arroganz, die man anderswo nicht oft antrifft. Da kann man sich aber auch oft ärgern, wenn die Betulichkeit Übergewicht bekommt. Die Weltoffenheit ist ganz zufriedenstellend. Es herrscht ein Klima der Bereitschaft, den Anderen anzuerkennen.