Karl Immermann und Felix Mendelssohn-Bartholdy


Mit Karl Immermann und Felix Mendelssohn-Bartholdy übernehmen 1834 zwei hochkarätige Fachleute das Düsseldorfer Stadttheater und erlösen es aus seiner Provinzialität.

Am Südende der Königsallee befanden sich ab 1838 – heute kaum noch vorstellbar – Bahnhöfe. Die erste Eisenbahnlinie in Westdeutschland verlief von der Kö über Erkrath steil nach Wuppertal-Elberfeld hinauf. Die von der Düsseldorf-Elberfelder Eisenbahngesellschaft betriebene Strecke war wegen des intensiven Handels mit den bergischen Fabrikanten nötig geworden. Mit der Dampflok begann der wirtschaftliche Aufschwung der Stadt. Wobei die Stadtpolitiker frühzeitig erkannten, wie wichtig eine ausgeklügelte Infrastruktur für den Warenverkehr ist. Viel Geld wurde investiert. Stellvertretend für viele andere seien hier die Bürgermeister Friedrich Wilhelm Becker und Ernst Lindemann genannt. Was zur Folge hatte, dass die Industrie ihre Liebe zu dieser Stadt entdeckte. Ein wirtschaftlicher Coup war 1878 die Verlegung der aufstrebenden Waschmittelfabrik Henkel von Aachen nach Düsseldorf.

Die Wirtschaft boomt, aber kulturell dümpelt die Stadt vor sich hin. Das durch den Abzug der Kurfürsten entstandene Kulturvakuum muss dringend gefüllt werden. Vor allem das Theater liegt am Boden. Drei angesehene Kaufleute spüren Verantwortung für die Stadt und krempeln die Ärmel hoch. Georg Arnold Jacobi (Sohn des Philosophen Friedrich Heinrich Jacobi), Eugen Reimann und J.C. Winkelmann gründen 1805 das Bergisch-Deutsche Theater, um ein Schauspiel mit Niveau zu fördern. Was in Düsseldorf, das Publikum ist eher an Lustspiele und seichte Opern gewöhnt, zu dieser Zeit nicht einfach ist. Aber die Bürgerinitiative ebnet immerhin den Weg für Höheres. Mit Karl Immermann und Felix Mendelssohn-Bartholdy übernehmen 1834 zwei hochkarätige Fachleute das Düsseldorfer Stadttheater und erlösen es aus seiner Provinzialität. Immermann, der nur bis 1837 das Theater leitet, gibt dem zum falschen Pathos verkommenen Schauspiel seine Natürlichkeit zurück. Louise Dumont sollte diese einfühlsame, dem Dichter dienende, Inszenierungsform fast 80 Jahre später am Düsseldorfer Schauspielhaus fortführen. ...mehr