Der Malkasten - eine Privatinitiative findet Nachfolger...


1848, im Zeichen einer allgemeinen republikanischen Aufbruchstimmung, gründeten Düsseldorfer Künstler im Jacobi-Haus den Malkasten.

Apropos Malkasten, auch er eine Initiative von Privatleuten. 1848, im Zeichen einer allgemeinen republikanischen Aufbruchstimmung, gründeten Düsseldorfer Künstler im Jacobi-Haus den Malkasten. Dazu kam auch eine Antistimmung gegen die Kunstakademie. Von der Revolutionsstimmung ist aber heute nicht mehr viel zu spüren. Unweit von Pempelfort bildete sich in Derendorf ebenfalls ein geistiger Zirkel um den Autor und Theaterleiter Immermann und seine Lebensgefährtin Gräfin Elisabeth von Ahlefeld herum. Renommierte Künstler trafen sich dort, unter anderem die Begründer der berühmten Düsseldorfer Malerschule Carl Friedrich Lessing und Friedrich Wilhelm von Schadow, der damals auch Direktor der Kunstakademie war. Sogar der Dramatiker Grabbe, der gerade an seinem Hannibal arbeitete, ließ sich mehrfach blicken. Aber der Kreis war ihm, dem leidenschaftlichen Rum-Trinker, zu trocken, weshalb er in der Regel lieber in der Altstadt trank.

Weniger trocken ging es im Hause des Dramaturgen Herbert Eulenberg in Kaiserswerth zu, das vielsagend Haus Freiheit hieß. Da war Grabbe aber schon lange tot. Herbert Eulenberg gehörte in den zwanziger Jahren zu den meistaufgeführten Autoren auf deutschen Bühnen, war Dramaturg am Schauspielhaus und pflegte gemeinsam mit seiner Frau Hedda (eine erfolgreiche Übersetzerin) einen illustren Freundeskreis. 1919 gründete Eulenberg gemeinsam mit den Malern Arthur Kaufmann und Adolf Uzarski die moderne Künstlervereinigung „Das Junge Rheinland“. Den Mittelpunkt der Künstlergruppe bildete die Altstadt-Galerie „Junge Kunst – Frau Ey“. Da wären wir bei der nächsten Privatinitiative angelangt, der Galeristin mit dem großen Herzen, Mutter Ey, die in der Nähe der Kunstakademie einen Kaffeeladen betrieb und nebenbei Kunst verkaufte.. ...mehr