"Der Düsseldorfer nimmt die eigene städtische Familie nicht so wichtig."


Aber dennoch hat es immer wieder Enthusiasten für diese Stadt gegeben, die geholfen haben, das Kulturleben zu befeuern: Die Brüder Jacobi zum Beispiel.

Düsseldorf ist nicht unbedingt die Stadt der privaten Initiativen. Der Düsseldorfer nimmt die eigene städtische Familie nicht so wichtig. Dies beklagte schon die bekannte Journalistin und gebürtige Düsseldorferin Gerda Kaltwasser. Hinzu kommt, dass diese relativ wenigen Initiativen von der Stadt auch noch wenig gefördert werden.

Aber dennoch hat es immer wieder Enthusiasten für diese Stadt gegeben, die geholfen haben, das Kulturleben zu befeuern: Die Brüder Jacobi zum Beispiel. Durch den Vater Johann Conrad, einen Zuckerfabrikanten, zu Wohlstand gekommen, führten sie Ende des 18. Jahrhunderts in Pempelfort einen angesehenen literarischen Salon. Bei dem Philosophen Friedrich Heinrich und dem Dichter Johann Georg Jacobi traf sich quasi die deutsche Kulturelite; Ähnliches gab es in dieser Zeit nur noch in Weimar. Wieland, Heinse, Hamann, Humbold, Iffland, Herder, Goethe und viele andere genossen die geistreichen Gespräche im schönen Ambiente der Jakobi-Villa. In „Dichtung und Wahrheit“ beschreibt Goethe das Anwesen (heute Sitz des Malkasten Vereins) als den „angenehmsten und heitersten Aufenthalt , wo ein geräumiges Wohngebäude an weite wohlunterhaltene Gärten stoßend, einen sinnigen und sittigen Kreis versammelte“. Auch Napoleon fand den Ort so angenehm, dass er 1811 mehrere Tage dort wohnte. Der preußische König tat es ihm wenige Jahre später nach. ..mehr