Zum Kreise Immermanns gehörte zeitweise der politische Autor Ferdinand Freiligrath.



Düsseldorf stand Mitte des 19. Jh. im Ruf, „Hauptherd der Anarchie im Rheinland“ (Friedrich Wilhelm IV.) zu sein. Offenbar meinte der Vertreter des jungen Rheinlands im Residenzstädtchen einen fruchtbaren Boden für seine rebellischen Texte zu finden.

Gleich zwei Mal, 1848 und 1850, schlug Freiligrath seine Zelte in der Stadt auf um dort zu agitieren und zu dichten. „Die Toten an die Lebenden“, eine heiße Wehklage auf die Opfer der bürgerlichen Aufstände, entstand und wurde am 1. August in 9000 Exemplaren verbreitet. Noch heute sensationell diese Auflage! Nach einer Lesung aus diesem Gedicht geriet Freiligrath wegen „Auflehnung gegen die landesherrliche Macht“ in Haft. Während der Verlesung des Textes vor Gericht kam es zu langanhaltendem Beifall im Publikum. Freiligrath wurde freigesprochen und von den Düsseldorfern unter einem Regen von Blumen in seine Wohnung nach Oberbilk begleitet.

Trotz dieser großartigen Unterstützung klagte der Dichter bei seinem Freund Karl Marx über die geistige Trägheit der Düsseldorfer Eliten. Womit er vermutlich nicht den hochgebildeten Immermann meinte, sondern die vielen Biedermänner.

Nach dem Barrikadenkampf kam gleich wieder das Bier; das Räsonnement ging über den Stammtisch in der Regel nicht hinaus. Am 24. September 1851 musste Freiligrath, nachdem ein Steckbrief gegen ihn erlassen worden war, Düsseldorf nach England hin verlassen.

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