Hanns Heinz Ewers erfolgreicher aber auch umstrittenster Autor dieser Stadt.


1871 kam einer zur Welt, der mit Stammtischen nun gar nichts anzufangen wusste: Hanns Heinz Ewers.

Mit 15 schreibt der Sprössling einer Künstlerfamilie erste Gedichte, vor allem über die Liebe, sein Vorbild ist der ironische Heine. Aber schnell prägt sich bei Ewers eine Vorliebe für das Phantastische und Erotische aus, weshalb ihm E.T.A. Hoffmann und Edgar Allan Poe nun näher sind.

Der Militärdienst führt ihn nach Berlin. 1898 macht er Bekanntschaft mit Oskar Wilde. Ewers bewundert die ausgeprägte Exzentrik dieses Mannes, der auch selbstbewusst zu seiner Homosexualität steht. Ernst von Wolzogen wird auf den skandalumwitterten Ewers aufmerksam, der mit Alkohol, Haschisch und Meskalin experimentiert, um zu neuen, phantastischen Welten vorzudringen. Wolzogen gründet mit dem „verrückten“ Rheinländer 1901 das erste deutsche Kabarett. Für das Überbrettl gelingen Ewers Texte, die in Berlin zum Gassenhauer werden.
Irgendwie scheinen Düsseldorfer die Kleinkunst im Blut zu haben.

Darüber hinaus gilt Ewers als der Erfinder des „Autorenfilms“ (1913) und er schrieb 1919 das erste deutsche Musical (leider nie aufgeführt). Hanns Heinz Ewers holte sich aber nicht nur durch Reisen nach Innen Nahrung für seine Phantasie, er wurde zum Globetrotter. Seine Vorliebe für das Groteske und Schaurige erhielt dadurch Authentizität. 1911 gelang ihm mit dem Roman „Alraune“ ein Welterfolg mit Millionenauflage. Die Geschichte, die den Cyber-Sex vorweg nimmt (Wilfried Kugel), findet noch heute viele Leser. Am 12. Juni 1943 starb Ewers in Berlin.

WEITERLESEN