Hans Peter Keller (1915-1989), in den späten 50er und den 60er Jahren ein vielgefragter Lyriker und Aphoristiker.


Die Kurzform hat zu dieser Zeit Hochkonjunktur, 1965 erhält er den Literaturpreis „Die Kogge“.

In der Galerie Nebelung im Ratinger Tor, in der laut Lore Schaumann noch Dichter auftraten, denen das Publikum atemlos zuhörte, trafen sich die Lyrikperformer, neben Großautoren von außen war Keller häufig dabei. Limes wurde zum Hausverlag seiner Kurztexte. Ein Beispiel: „Ich lebe kostspielig; spiele, auf meine Kosten, lebe.“ Zum Sechzigsten brachte der Wiesbadener Verlag acht Bände raus; Lore Schaumann hätte dazu gesagt „schickte seine schwebenden, oft witzigen, gelegentlich zynischen Gebilde wie Ballons in die Luft...“

Der Literaturlehrer an der Düsseldorfer Buchhändlerschule wird mit seinen Texten 1969 in der Edition André Silvaire auf deutsch und französisch veröffentlicht. In diesem Verlag hatten schon Bongs und Emil Barth ihre Sachen rausgebracht. Da sage noch einer, es gäbe keine Düsseldorf-Konnektion. Zu Barth fühlte sich Keller hingezogen. Sie trafen sich bei den Kellers in Neuss Büttgen und diskutierten über rechte und falsche Lyrikformen. Bis die Ehefrauen einschliefen.

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