Der Südtiroler Kleinkünstler Konrad Beikircher rezitiert gern aus Texten des Groteskenschreibers Hermann Harry Schmitz


Was wohl auch an der unermüdlichen Öffentlichkeitsarbeit der Hermann-Harry-Schmitz-Gesellschaft liegen mag. Wobei Beikircher schon mal spöttisch bemerkt, dass es außer Heine und Schmitz nichts Literarisches in Düsseldorf gäbe.

Vermutlich hätte selbst Schmitz trotz aller dandyhaften Eitelkeit (auch er verehrte Wilde) protestiert und zumindest seine Mentoren Hanns Heinz Evers und Herbert Eulenberg gelten lassen. Die tranken und diskutierten mit dem „drittgrößten Mann“ nach Zeppelin (HHS über sich) nicht nur am Düsseldorfer Künstlerstammtisch „Rosenkränzer“, sondern förderten den exzentrischen Kollegen auch tatkräftig. 1911 überarbeitete Ewers in Berlin das Manuskript zu Schmitz´ erster Erzählsammlung „Der Säugling und andere Tragikomödien“, Eulenberg fand für den Jungautor in Ernst Rowohlt einen Verleger. Das Buch wurde für Rowohlt und Schmitz ein großer Erfolg. Die abgedrehten Katastrophengeschichten des Düsseldorfer Fabrikantensohns reizen noch heute durch die skurrile Phantasie und die Lust an der Übertreibung.

Der Berliner Literaturwissenschaftler Wilfried Kugel, eher ein Hanns- Heinz-Ewers-Fan, findet Schmitz´ Pointen zumeist platt, gesteht dem Autor aber andererseits eine moderne Haltung zu: „...modern in seinem Kulturpessimismus, modern in seiner Hypochondrie, modern in seinem Unverständnis der Geschlechterbeziehung und modern in seinem Faible für Markenartikel.“ So knallig wie er schrieb, brachte er sich, vermutlich psychisch krank, durch Kopfschuss ums Leben.

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