Einen kunstvollen literarischen Stil beherrschte auch der Düsseldorfer Rolf Bongs (1907-1981).


Heinrich Vormweg hebt in Kindlers Literaturgeschichte „Das Londoner Manuskript“ (1969) hervor.

In diesem Text variiert er das seit Max Frischs´ “Stiller“ thematisierte Identitätsproblem. „Neue Romantechniken sind bewusst einbezogen, ohne dass Bongs seine traditionell orientierte Position aufgibt.“, urteilt der Kritiker Vormweg. Die Journalistin Lore Schaumann nennt seinen an amerikanische Vorbilder geschulten Stil sparsam. Der freie Schriftsteller arbeitete vielseitig, veröffentlichte Romane, Erzählungen, Lyrik, Schauspiele und Essays. Viele Texte wurden ins Niederländische, Englische und Französische übersetzt. Mit André Gide schrieb er Briefe; es entstanden direkt nach dem zweiten Weltkrieg zwei Aufsätze über den großen Franzosen. Darin heißt es: „Er lehrte mich das Schreckliche zu sehen und doch zu wissen, dass die Welt schön sei.“ Bongs nannte neben Gide den amerikanischen Dichter Walt Whitmann als sein Vorbild (vor allem für seine Langgedichte), um zu schreiben, was gesagt werden muss, „die Freiheit zu sprechen“, nannte dies Bongs. kann auch weh tun. In der bekenntnishaften Erzählung „Monolog eines Betroffenen“ gibt Bongs unbeschönigte Rechenschaft über das Dritte Reich und seine Versuche zum Mitläufertum. Viele Vortragsreisen führten den studierten Germanisten immer wieder in die USA, wo er von Campus zu Campus gereicht wurde.

1971 folgte die Verpflichtung als Visiting Professor für ein Sommersemester über deutschsprachige Lyrik in Amherst/Massachusetts .Bongs genoss hohes Ansehen im In- und Ausland, sein opulentes Werk wurde mit mehreren Auszeichnungen geehrt, genannt sei hier nur die der Hermann-Hesse-Stiftung 1957. Klar, dass so einer in seiner Heimatstadt Hof hielt. Ende der 1950er Jahre gründete er gemeinsam mit Hans Peter Keller den Literaturstammtisch in der Künstlerkneipe „Fatty´s Atelier“, dem auch früh der Journalist Heinz Juncker (Düsseldorfer Nachrichten) und der Lyriker Arthur Maria Schilling beisaßen. Schilling veröffentlichte zu dieser Zeit in jeder Samstagsausgabe der Rheinischen Post ein Gedicht. Wäre heute nicht mehr möglich. Ehrfurchtsvoll näherten sich die Jungen dem Bongstisch, heute fast alle erfolgreiche Autoren wie Karlhans Frank (leider verstorben), Klas Ewert Everwyn und Dieter Forte. An den Nachbartischen saßen Künstler der Kunstakademie oder solche, die erst noch dahin gelangen wollten. Nach der Abendvorstellung tauchten oft auch noch die Kom(m)ödchenleute auf. Beliebt war zu dieser Zeit die „Mölerschnitte“, ein Schmalzbrot für ein paar Pfennige. So hatte man mehr Geld für´s Trinken frei.

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