Notizen zur Geschichte der Deutschen Oper am Rhein
Dr. Vita Huber- Hering, Autorin

Musiktheater 1956 - 1964



Deutsche Oper am Rhein
Theatergemeinschaft Düsseldorf - Duisburg

Professor Dr. Hermann Juch, gebürtiger Österreicher, Jurist und Sänger, wurde von 1956-1964 der erste Generalintendant der Deutschen Oper am Rhein. Er war ein opernkundiger Mann und hatte von 1946-1955 als Direktor die im Krieg zerstörte Wiener Staatsoper in der Volksoper geleitet. Er holte als Generalmusikdirektor den namhaften Dirigenten Alberto Erede nach Düsseldorf-Duisburg, der von 1950 - 1955, neben seinen internationalen Verpflichtungen, das italienische Fach bei Rudolf Bing an der Metropolitan Opera New York dirigierte.

Am 29. September 1956 begann die künstlerische Zusammenarbeit im Opernhaus Düsseldorf mit der Premiere Elektra von Richard Strauss, Musikalische Leitung der Düsseldorfer Symphoniker Karl Böhm, Inszenierung Herbert Graf. Die Titelpartie sang Astrid Varnay. Einen Tag später, am 30. September, gab man im Theater der Stadt Duisburg Giuseppe Verdis Falstaff, in der Inszenierung von Günther Roth mit Otto Wiener in der Titelpartie. Arthur Grüber leitete die Duisburger Sinfoniker.

Als Professor Juch 1964 an das Opernhaus Zürich berufen wurde, hatte er die Deutsche Oper am Rhein geschickt durch manche Fährnisse der ersten Jahre mit ihren entsprechenden Unsicherheiten und Schwankungen gesteuert und eine Reihe hervorragender Sänger und Sängerinnen, überwiegend aus Wien, nach Düsseldorf und Duisburg geholt. Ihm zur Seite stand, nach dem Chefdramaturgen Reinhold Schubert, der Kulturjournalist und Kunsthistoriker Karl Ruhrberg, der später die bemerkenswerte Karriere vom Chefdramaturgen zum ersten Direktor der Düsseldorfer Kunsthalle machte und Mitbegründer des Museums Ludwig in Köln. Seine Publikationen über Kunst und Künstler Europas und Amerikas wurden Standardwerke. Als Hermann Juch die Deutsche Oper am Rhein verließ, - an der unter anderen Heinz Arnold, Werner Düggelin, Bohumil Herlischka, Wolfgang Liebeneiner, Leopold Lindtberg, Günther Rennert, Jean-Pierre Ponnelle inszenierten, Alberto Erede, Carlos Kleiber, Peter Ronnefeld, Robert Schaub, Fritz Zaun und Arnold Quennet dirigierten, Ingrid Bjoner, Astrid Varnay, Anneliese Rothenberger, Helmut Fehn, Kurt Gester, Alfons Holte, Hans Hopf und Otto Wiener sangen - hinterließ er seinem Nachfolger, als auch die erste Klippe der Vertragsverlängerung der Theatergemeinschaft Düsseldorf-Duisburg umschifft war, ein gut geführtes Haus mit profilierten Künstlern. In der Nachkriegszeit gab es an den meisten Theatern und Opernhäusern den exorbitanten Willen, Kultur in Deutschland wieder aufblühen zu lassen. Allein die Anzahl der Premieren, die mit ungeheurer Arbeit bewerkstelligt wurden, jagten einander, der Wunsch des Publikums lang Entbehrtes wiederzusehen, war enorm. Mit dem Ziel, die Neugründung der Deutschen Oper am Rhein zu stabilisieren, fanden in den acht Jahren der Intendanz von Hermann Juch einhundertachtundsiebzig Premieren in Düsseldorf und Duisburg statt. Der üppig ausgestattete Band DOR 50 Jahre Deutsche Oper am Rhein, 2006 herausgegeben, dokumentiert dies.


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